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imaginäre freunde

eine zeit lang – genauer gesagt während des trennungsjahres von mir und meinem ex – hatte mein großer eine imaginäre freundin. das tante lisi. ja, DAS tante lisi. anfangs dachte ich, diese tante wäre real. in unserem bekanntenkreis gab es nämlich wirklich eine lisi, welche die kinder gut kanten.

als dieses tante lisi aber dann anfing, die besondere dinge zu machen, wurde ich misstrauisch.

unter anderem war das tante lisi schon fast 100 (!!!) jahre alt, fuhr mit den coolsten karren herum und balancierte über eine stange zwischen den häusern in unserem hof. ständig siedelte sie von einem ort zum nächsten. und irgendwann hatte sie selber auch voll viele kinder. diese kinder wurden dann auch immer mehr und hatten natürlich alle namen, die sich mein großer sogar alle merken konnte.

es waren zumindest immer dieselben namen.

das tante lisi begleitete uns ca. zwei ganze jahre lang. mal wohnte sie weiter weg, mal in unserer direkten nachbarschaft. und als mein kleiner dann zu sprechen begann, fing sogar er an vom tante lisi zu erzählen. das war strange. es hatte wirklich etwas unheimliches an sich.

er murmelte dahin: „brabbel sabbel… tante lisi.“ echt spooky.

eine umfrage im kinderhabenden freundeskreis ergab: das haben so gut wie alle kinder in dem alter. und irgendwie haderten scheinbar alle eltern ein bisschen damit. es hatte den anschein, dass die eltern glaubten, etwas falsch zu machen wenn ihre kinder mit imaginären freunden daherkamen.

in letzter zeit wurde es recht still um das tante lisi und ihre kinder.

ich glaube man kann das alles darauf zurückführen (ein rein subjektives gefühl, ich bin schließlich keine fachfrau), dass sich die ganze situation seit der trennung entspannt hat.  es gibt jetzt regeln was den alltag und uns als patchworkfamilie betrifft und fixe abläufe und rituale, die großteils auch eingehalten werden.

ich bin eigentlich nicht so der typ dafür. regeln und gesellschaftliche zwänge sind mir eher ein graus.

aber meine kinder zeigten recht schnell, dass sie sensibel auf veränderungen reagieren. und ich muss schon auch zugeben – auch wenn ich es uncool finde, oder fand – dass ich ein gewohnheitstier bin und selber oft sensibel auf neue situationen reagiere.

wer weiß, vielleicht kommen eines tages wieder situationen, in denen das tante lisi gebraucht wird.

Veröffentlicht in kinder trennung/scheidung

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