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meine kinder fluchen

scheiße, scheiße, arschloch, scheeeeeißee!!!

daraus in diesem text eine melodie zu vermitteln ist ziemlich schwierig. nur soviel. mein erstgeborener singt diese wörter in der letzten zeit ziemlich oft. ich bin mir ziemlich sicher, dass er diese -loch-wörter aus dem kindergarten hat. also eigentlich wüsste ich nicht woher er sie sonst haben sollte. weder ich noch mein exfreund verwenden diese wörter inflationär im normalen alltag.

ein gelegentliches „scheiße“ rutscht mir schon mal raus. geb ich zu.

euch unterstelle ich das jetzt auch einfach so. im kindergarten gibt es eben kinder, die ältere geschwister haben. manchmal viel ältere geschwister, solche die schon ins gym gehen oder so. und ich glaube, dass es unter geschwistern zum guten ton gehört, schimpfwörter an die kleinen weiter zu geben. ich nehme mal stark an, dass das nicht bewusst passiert. teenager benutzen andere wörter für die gleichen dinge, wie ihre kleinen brüder und schwestern. und die kleinen schauen bzw. hören sich die wörter von ihren großen geschwistern ab. und diese wörter werden dann in den kindergarten mitgebracht und ebenfalls weitergegeben. von generation zu generation, quasi!

aber scherz beiseite. etwas mehr ernst in dieser angelegenheit, bitte!

kinder lernen das meiste durch nachahmung. sie ahmen eltern, erwachsene und andere kinder in verhalten, sprache, gestik nach. manche exemplare sind da schneller, manche langsamer. und mir persönlich kommt vor, dass unsere kleinen lieblinge neue dinge ganz besonders schnell aufsaugen. und was ist spannender als bestimmte wörter, nach deren aussprache ein erwachsener mit „pscht!“ reagiert?

nach der geburt meines ersten kindes legte ich mir – wie viele andere eltern auch – das buch „babyjahre“ von remo largo zu.

ich las es fast von anfang bis ende in relativ kurzer zeit durch. also gut, das erste babyjahr zumindest. den rest las ich so nach interesse. und da kam mir auch das thema mit den schimpfwörtern unter. herr largo empfiehlt in seinem bestseller, dass man die schimpfwörter erst einmal ignorieren soll.

je mehr aufmerksamkeit man diesem thema widme, desto interessanter würde es für kinder diese wörter zu benutzen.

gut. bei einem gelegentlich dahingesagten „scheiße“ ist es mir auch noch leicht gefallen, es zu überhören. aber man stelle sich folgende szenarien vor:

  • während des mittagessens kommt das „scheiße, arschloch, scheiße“ lied
  • oder während des morgendlichen schuheanziehens kurz vorm verlassen des hauses, in der bim, am spielplatz im wartezimmer des kinderarztes
  • und das alles in einer lautstärke die unmöglich zu überhören ist…

in einer ersten reaktion darauf haben wir unseren kindern natürlich gesagt, dass diese wörter eher unschmeichelhaft für den adressaten sind. und wie herr largo prophezeite: das machte alles nur noch schlimmer! also schalteten wir einen gang rauf und erklärten ihnen, dass das wirklich nicht okay sei.

zugegeben: manchmal funktionierts, manchmal nicht.

und manchmal muss man, damit keine loch-wörter benutzt werden, kleine erpressungen durchführen. mir gefällt das nicht. also mir gefällt es nicht, meine kinder zu erpressen. aber ab und zu geht es einfach nicht anders. das stört mich zwar, aber ich will einfach nicht, dass bei uns zu hause so geredet wird.

wir kommunizieren unseren kindern das. und hoffen – wie schon gesagt – dass unsere kinder durch ihre vorbilder – also im moment noch uns als eltern – lernen.

Veröffentlicht in kinder

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