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das wechselmodell – eine woche mama, eine woche papa

vor circa zwei jahren habe ich mich vom vater meiner kinder getrennt. und seither leben wir mit unseren kindern das wechselmodell. wir wollten es beide so, die kinder sollten weiterhin beide eltern haben. mein ex musste mir bei der trennung sogar das versprechen geben, dass wir immer im sinne der kinder handeln würden und dass wir neben den kindern nie ein schlechtes wort gegenüber dem/der ex verlieren würden.

unsere söhne haben mama und papa zu gleichen teilen. nur eben nicht zur gleichen zeit.

da die kinder zur zeit der trennung noch sehr klein waren (nr 2 war erst 9 monate alt), haben wir alle 2 bis 3 tage gewechselt. da machte das ganze sinn, denn kleine kinder leben ja irgendwie so nach „aus dem auge, aus dem sinn“. nach ca. einem jahr haben wir die abstände auf 1 ganze woche ausgedehnt. grund dafür war der, dass mein großer sohn irgendwie unrund wurde wenn nach 2 oder 3 tagen wieder ein wohnortwechsel anstand. er war dann einfach gereizt und wurde schnell aggro. das war eigentlich bisher nie so seine art, so kannte ich ihn gar nicht. aber eigentlich ist so ein verhalten eh verständlich. grad mal angekommen und sich ein bissi eingelebt, muss man schon wieder weiter zum anderen elternteil und sich da wieder einleben. und dann eben wieder wechseln. die entscheidung die kinderabstände auf eine ganze woche auszudehen war für alle angenehmer, aber auch schmerzhafter. die kinder plötzlich 7 tage lang gar nicht mehr zu sehen war am anfang sehr schlimm. und eigentlich ist es auch immer noch so, dass ich traurig bin wenn ich sie am letzten tag der mamawoche wieder in den kindergarten bringe.

unser wechseltag ist immer der freitag.

einer bringt die kinder in den kindergarten. der andere holt die kinder am nachmittag wieder vom kindergarten ab. dann lässt es sich gleich gechillt mit viel freizeit am wochenende in die kinderwoche starten.

und auf eine kinderwoche folgt dann wieder eine woche ohne kinder und mit mehr arbeit/freizeit.

ich versuche es immer es so zu deichseln, dass ich während einer kinderwoche kürzer arbeite. allein schon deshalb, weil sich das ganze abholen bzw. bringen in den kindergarten sonst gar nicht ausgehen würde. in den kinderlosen wochen wird dann eben mehr gearbeitet und mehr von den dingen gemacht, welche unter die kategorie administratives, arztbesuche etc. fällt. wenn man zwei ganze wochen mit kindern hat, hat man natürlich auch zwei ganze wochen ohne kinder. das sind immerhin zwei ganze wochenenden im monat an denen ich ausschlafen kann. diesen luxus kennen nur wenig eltern die in „normalen“ familienkonstellationen leben. besonders am anfang war es gewöhnungsbedürftig für mich, plötzlich so viel zeit für mich selbst zu haben. das war wirklich außergewöhnlich und auch daran musste ich mich erst wieder gewöhnen.

von außen kamen viele stimmen, die das nicht ok fanden. kinder gehören zu ihrer mutter!

wie bei so vielen themen die kindererziehung, -betreuung und eigentlich sowieso alles was den umgang mit kindern betrifft, kann man es auch bei der gemeinsamen obsorge von trennungskindern anscheinend niemandem recht machen. ja logisch, ich wünschte auch, dass meine kinder jeden tag bei mir wären. ich finde aber, dass das ein egoistischer gedanke ist. mein ex kümmert sich gut um seine kinder und sie lieben ihren papa. warum sollte ich ihnen diesen umstand vorenthalten? bei den meisten trennungen läuft es doch immer noch so, dass die kinder ihren papa alle zwei wochen nur am wochenende sehen. sowas finde ich schwach. also von der vaterseite her. oft wird dann noch das argument genannt, sie müssten dann ja teilzeit arbeiten. oder, sie hätten ja gar nicht die zeit um sich um ihre kinder zu kümmern. für gewisse dinge muss man sich halt die zeit nehmen, oder? besonders für kinder, erst recht wenns die eigenen sind.

mein ex kümmert sich gut um unsere kinder.

wenn es anders wäre, dann hätten wir wahrscheinlich auch das herkömmliche modell. natürlich vermisse ich meine kinder sobald sie unsere wohnung verlassen. aber es wäre falscher egoismus, sie ihrem vater zu entziehen, weil ich sie immer um mich haben möchte.

auch wenn es oft hart ist, ich glaube, dass es für uns eine gute wahl ist.

Veröffentlicht in gemeinsame obsorge trennung/scheidung

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